In Kärnten gestricke Babyschuhe aus Merinowolle

Was ein Geschenk zur Geburt schon immer bedeutet hat...

Die Geschichte eines besonderen Brauches aus Kärnten. Das Weisat tragen.

Ein Besonderer Besuch

In Kärnten gibt es ein altes Wort für einen Besuch, der mehr ist als ein Besuch: das Weisat. Solche Wörter liebe ich – Wörter mit Wurzeln, die eine ganze Tradition in sich tragen und von Generation zu Generation weiter gegeben werden. Bei uns ist das so: wenn ein Kind zur Welt kommt, kommen die Menschen, die zu ihm gehören, und bringen etwas mit – nicht irgendetwas, sondern ein Geschenk, das für diesen einen Moment gedacht ist.

Für einander da

Früher waren es stärkende Gaben für die junge Mutter: Eier, Brot, eine kräftige Suppe. Heute ist das Weisat vor allem ein Geschenk für das Baby – aber glaubt mir, jede frisch gebackene Mama freut sich noch immer über ein leckeres Essen oder ein Stück Kuchen. 
Es ging aber nie nur ums Schenken. Es ging darum, zu zeigen: Du bist jetzt nicht allein.

Handwerk aus der Stube

Diese Idee ist älter als das Wort selbst. Sie reicht zurück in eine Zeit, in der Frauen aus einem Knäuel Wolle ein warmes Leben machten. Als die ersten Strickmaschinen in die Stuben kamen, war das kein Luxus – es war Unabhängigkeit. Frauen stellten Kleidung für ihre Familien her, die hielt, die mitwuchs, die man flicken statt wegwerfen konnte. Aus der Not wurde eine Tugend: Es musste praktisch sein. Das machte es nicht weniger wertvoll – im Gegenteil.
Denn ordentlich angezogen zu sein, bedeutete damals etwas. Es war kein Zufall, sondern ein Zeichen von Fürsorge: von jemandem, der Zeit und Hände in ein Kleidungsstück gesteckt hat, damit ein Kind warm hatte und gesund blieb.

Zwei verschiedene Ursprünge – ein Brauch aus Kärnten, ein Handwerk aus der Stube –, und doch dieselbe Haltung dahinter: Ein Geschenk zur Geburt war nie nur ein Gegenstand. Es war ein stilles Versprechen. Ich habe an dich gedacht.

Geschenk von Herzen

Genau so etwas wünsche ich mir für unsere Kinder: etwas, das bleibt, das Wurzeln hat, das begleitet – und vielleicht sogar Halt gibt. Ich glaube, wir sollten viel bewusster schenken. Es muss ja nicht immer viel sein. Die Geschenke, die wirklich berühren, kommen von Herzen – und genau das sollte wieder mehr Wert bekommen.

Zur Geburt meines Sohnes hat mir jemand einen Wunsch mitgegeben, der mir bis heute im Herzen geblieben ist:

„Ich wünsche den Kleinen ein zufriedenes Leben."
Dem möchte ich nichts hinzufügen.


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derFADEN steht für handgemachte Stücke, die bleiben – ein modernes Weisat für die Kinder von heute.

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