Das erste Geschenk vom Papa
Es gibt diesen einen Moment kurz vor oder nach der Geburt, in dem sich viele frischgebackene Väter dieselbe Frage stellen: Was schenke ich meinem Kind als Allererstes?
Und dann beginnt oft die Suche nach dem "perfekten" Geschenk – dem einen, besonderen Stück, das alles richtig macht. Die kurze Wahrheit vorweg: Das gibt es nicht. Und das muss es auch gar nicht.
Es muss nicht perfekt sein – nur echt
Ein Kind erinnert sich später nicht daran, ob das erste Geschenk das "richtige" war. Es erinnert sich daran, ob der Papa da war. Ein Baby erinnert sich natürlich nicht direkt, aber das Gefühl bleibt. Ob die Eltern sich Zeit genommen haben, hinzuschauen, auszuprobieren, zu verstehen, was dieses neue kleine Wesen gerade braucht – auch wenn man es nicht auf Anhieb weiß. Genau das zählt am Ende mehr als jedes durchdachte Geschenk: Präsenz statt Perfektion.
Ein Geschenk kann trotzdem schön sein und einen kleinen Anfang markieren. Aber der Druck, es "richtig" zu machen, darf man getrost loslassen – die ersten Wochen mit Baby sind ohnehin fordernd genug.
Es kommt sowieso oft anders
Egal wie gut man sich vorbereitet: Mit einem Baby und generell mit Kindern kommt es meistens ein bisschen anders, als man es sich vorgestellt hat. Der durchgeplante Abend, die fein sortierte Wickeltasche, der Gedanke "das machen wir dann so" – und dann entscheidet ein kleiner Mensch, dass heute alles anders läuft. Das geht Müttern und Vätern gleichermaßen so, und es ist keine Frage von Organisationstalent. Wer lernt, gelassen zu bleiben, wenn der Tag mal nicht nach Plan verläuft, hat es einfach leichter.
Eine kleine Geschichte dazu
Als sich meine Eltern getrennt haben, hat mir mein Papa einen Teddybären geschenkt. Er war nicht perfekt ausgesucht, nicht durchdacht bis ins letzte Detail – einfach ein Bär, den er mir geschenkt hat, weil er da sein wollte, auch wenn er nicht alles richten konnte. Dieser Bär war danach einfach immer da, zum Festhalten, wenn ich ihn vermisst habe. Nicht, weil der Bär so besonders war, sondern weil er von ihm kam, das hat meinen Bären so besonders gemacht.
Und genau das ist im Grunde die ganze Geschichte hinter einem guten ersten Geschenk: Es muss nicht viel können. Es muss nur zeigen, dass da jemand ist und einen mit seinen Stärken und Schwächen durchs Leben begleitet.
Das Kinderbuch Felix Frosch erzählt auch eine schöne Geschichte, die zu diesem Thema sehr gut passt. Ein kleiner Laubfrosch erkundet den Dschungel – und die vielen fremden Geräusche machen ihm Angst. Aber am Ende, als er wieder nach Hause kommt, ist sein Papa da und geht mit ihm schlafen. Was zählt, ist, dass sein Papa da ist und ihm Sicherheit gibt. Nicht die perfekte Lösung macht den Unterschied, sondern die Anwesenheit.
Ehrlich statt perfekt
Mein Stofftier "Der kleine Bär" ist von Hand genäht, aus weichem Baumwollfleece, mit Details wie den Augen, die von Hand vollendet werden. Kein Massenprodukt aus tausendfacher Fertigung. Ich sage bewusst nicht, dass er das perfekte Geschenk sind, das alles richtig macht. Er ist einfach ein ehrliches, handgemachtes Stück – genau wie ein spontan mitgebrachter Teddy nicht perfekt sein muss, um bedeutungsvoll zu werden.
Auch die Kärntner Tradition des Weisat tragen kennt diesen Gedanken – mehr dazu in Was ein Geschenk zur Geburt schon immer bedeutet hat....
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